25 Jahre Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst

Dank an die Menschen, die den Dienst tragen

Ein Vierteljahrhundert Ambulante Hospiz- und Palliativarbeit, bewegende Geschichten und vor allem viele Menschen, die sich mit Zeit, Empathie und großem persönlichem Engagement für andere einsetzen: Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst (AHPB) des Seniorenwerks hat sein 25-jähriges Bestehen mit einem besonderen Abend im Ratssaal des Bürgerhauses Nordhausen gewürdigt. Im Mittelpunkt standen dabei die Ehrenamtlichen, die den Dienst seit vielen Jahren mittragen, sowie eine berührende Buchlesung mit der Illustratorin Martina Grimm.

Ein besonderer Moment des Abends war die Ehrung langjährig engagierter Ehrenamtlicher. Sie stehen stellvertretend für viele Menschen, die sich entschieden haben, schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen zu begleiten – oft in sehr persönlichen und herausfordernden Lebenssituationen.

„Unser besonderer Dank gilt den Ehrenamtlichen, die diesen Dienst tragen. Sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe – und sind damit für viele Menschen eine wichtige Stütze in einer besonders schweren Lebensphase“, betonte Judith Roscher, Koordinatorin des AHPB. „Ihr Engagement ist nicht selbstverständlich. Es verdient Anerkennung und unseren ausdrücklichen Dank.“

Seit 25 Jahren gewachsene Hospizarbeit

Der AHPB entstand 2001 unter dem Hospizverein Nordhausen. Noch im selben Jahr beendete die erste Gruppe Ehrenamtlicher ihren Vorbereitungskurs und legte damit den Grundstein für eine kontinuierlich gewachsene Hospizarbeit in Nordhausen und der Region. Seit 2021 befindet sich der Dienst in der Trägerschaft des Seniorenwerks und führt die über zwei Jahrzehnte gewachsene Arbeit fort.

Heute engagieren sich Ehrenamtliche in ganz unterschiedlichen Bereichen der Hospiz- und Palliativversorgung. Sie begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen auf der Palliativstation des Südharz-Klinikums, in Pflege- und Seniorenheimen, in den Hospizen Haus Geborgenheit und Hospiz Am Stadtpark, in der Intensivpflege Nordthüringen sowie im häuslichen Umfeld.

Dabei sind die Ehrenamtlichen zwischen Ende 20 und Ende 70 Jahre alt. Rund die Hälfte steht noch im Berufsleben, die anderen sind bereits im Ruhestand. Was sie verbindet, ist die Bereitschaft, sich bewusst auf Menschen und ihre individuellen Lebensgeschichten einzulassen.

Alle Ehrenamtlichen unterliegen der Schweigepflicht und entscheiden sich jedes Jahr erneut bewusst für ihren Dienst. Supervision und regelmäßige Ehrenamtstreffen bieten Raum für Austausch, Reflexion und Selbstfürsorge. Wer neu hinzukommt, durchläuft einen sechsmonatigen Befähigungskurs mit Grundkurs, Praktikum und Aufbaukurs.

Zwei hauptamtliche Koordinatoren organisieren die Einsätze, sichern die Erreichbarkeit und begleiten die Ehrenamtlichen fachlich. Neben der Sterbe- und Angehörigenbegleitung gehören auch Trauerbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen sowie die kostenlose Beratung zu Vorsorgedokumenten und sozialrechtlichen Fragen zum Angebot. Das monatliche Trauercafé, Einzeltrauerbegleitungen und die Kontaktgruppe für früh verwaiste Eltern ergänzen die Arbeit.

Wie wichtig dieses Engagement ist, zeigen auch die Zahlen: 35 Ehrenamtliche waren vergangenes Jahr in der Sterbe- und Trauerbegleitung aktiv und leisteten mehr als 200 Sterbebegleitungen in der Häuslichkeit, in Hospizen, Pflegeeinrichtungen und auf der Palliativstation. Hinzu kamen zwölf monatliche Trauercafé-Treffen.

Geschichten vom Lebensende – und vom Leben

Einen ganz besonderen Zugang zum Thema Sterben eröffnete die anschließende Buchlesung „Was ich noch zu sagen hätte“ mit Martina Grimm. Die Illustratorin las aus ihren Hospizbüchern und nahm die Gäste mit in Begegnungen mit Menschen am Lebensende.

Dabei wurde deutlich: Eine Begleitung am Lebensende sieht niemals gleich aus. Ob es um Käthe, Manfred oder die junge Sarah geht – jede Geschichte erzählt von einem individuellen Menschen, von Erinnerungen, Beziehungen, Ängsten, Hoffnungen und dem, was noch gesagt werden möchte.

Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven machten die Lesung so berührend. Es ging nicht allein um das Sterben, sondern immer auch um das Leben, das diesem vorausgeht und in den Geschichten weiterwirkt. Manche Erlebnisse stimmten nachdenklich und bewegten, andere überraschten durch Humor, Wärme oder unerwartete Leichtigkeit.

So schlug die Lesung eine Brücke zur täglichen Arbeit des AHPB: Menschen am Lebensende nicht auf ihre Erkrankung oder das Sterben zu reduzieren, sondern ihnen als Persönlichkeit zu begegnen, zuzuhören und Raum für das zu geben, was ihnen wichtig ist.

25 Jahre – ein Anlass zum Zurückblicken und Danke sagen

Das Jubiläum machte zugleich sichtbar, wie sehr sich die Hospizarbeit in Nordhausen über die vergangenen 25 Jahre entwickelt hat. Aus der ersten Gruppe Ehrenamtlicher ist ein fest etabliertes Unterstützungsangebot geworden, das heute eng mit zahlreichen Partnern der Hospiz- und Palliativversorgung verbunden ist. Als Mitglied im Thüringer Hospiz- und Palliativverband (THPV) ist der AHPB zudem in die bundesweiten Strukturen des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands (DHPV) eingebunden.

„25 Jahre sind eine lange Zeit – und gleichzeitig sind es vor allem unzählige einzelne Begegnungen“, fasste Judith Roscher zusammen. „Jede Begleitung ist anders, jede Lebensgeschichte einzigartig. Dass wir diese Arbeit heute in dieser Form leisten können, verdanken wir ganz wesentlich den Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, aber auch unseren Kooperationspartnern und den vielen Menschen, die uns ihr Vertrauen schenken.“

Der Jubiläumsabend war damit nicht nur ein Rückblick auf ein Vierteljahrhundert Hospizarbeit, sondern vor allem eine Würdigung der Menschen, die diese Arbeit mit Leben füllen: der Ehrenamtlichen, der hauptamtlich Mitarbeitenden, der Kooperationspartner und nicht zuletzt der Menschen und Familien, die sich in schweren Zeiten begleiten lassen.

Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst

  • Otto-Ludwig-Strasse 2, Nordhausen
  • Koordinatorin: Judith Roscher
  • Büro-Sprechzeiten: Montag, Mittwoch und Donnerstag: 10.30 Uhr – 13.30 Uhr
  • Termine nach Vereinbarung jederzeit möglich
  • Telefon: 03631 / 6516283 (Erreichbarkeit auch außerhalb der Bürozeiten)
  • E-Mail: hospiz-palliativberatungsdienst@seniorenwerk.de  

Hier weitere Informationen zum Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst.       

Hospiz Am Stadtpark
Parkallee 15
99734 Nordhausen

Ihre Ansprechpartnerin
Christin Delert
Pflegedienstleitung / stellv. Hospizleitung
Tel.: 03631 4639250
E-Mail schreiben